„Warum ich aufgehört habe, mich zu Hause zu schämen… und was wirklich hinter meinen Komplexen steckt“
Sie war immer eine attraktive, schlanke Frau – jemand, der im Büro makellos aussieht: ein Business-Kostüm, elegante Schuhe, ein leichtes Make-up. Doch sobald sie zu Hause war, änderte sich alles. Eine Woche ohne Haarewaschen, minimale Pflege und völlige Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Aussehen. Und das nicht aus „Faulheit“ oder „Zeitmangel“, sondern weil ihr Leben einfach so verlaufen war.
Werbung
Nach der Scheidung lernte sie einen Mann kennen, der sie so liebte, wie sie war. An seiner Seite musste sie nicht rund um die Uhr perfekt aussehen, dreimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen oder kulinarische Meisterwerke zaubern. Er sprach darüber mit so viel Wärme, dass ich selbst begann zu überlegen: Muss man wirklich immer perfekt sein?
Doch ein Thema erwähnte sie nie offen: Körperhaare. Obwohl sie Rasur, Stoppeln und Hautreizungen verabscheute, blieb dieses Problem ein ständiger Begleiter. Sie musste „das kleinere Übel“ wählen und selbst bei Firmenfeiern langärmlige Kleider tragen, nur um nichts zu zeigen.
Als ich zufällig mit einer ehemaligen Klassenkameradin über Laser-Haarentfernung sprach – rein beruflich –, sah sie darin fast eine Erlösung. Es stellte sich heraus, dass dieses Thema, über das sie jahrelang schwieg, viel belastender für sie war, als ich dachte.
Dabei begleitete ihr Partner sie zu Restaurants, Geburtstagen und Hochzeiten, und selbst dann hatte sie Angst, „nicht gut genug“ auszusehen. Doch ihn kümmerte das nie; in ihrer Beziehung gab es keinerlei Eifersucht – er akzeptierte sie vollkommen.
Trotzdem blieb in ihr ein Gedanke bestehen: Wird sie diesen inneren Unkomfort jemals los – nicht wegen der Meinung anderer, sondern wegen sich selbst?